Vaterschaftsurlaub in der Schweiz
Sie möchten wissen, ob Sie als zukünftiger Vater einen Anspruch auf Vaterschaftsurlaub in der Schweiz haben? Die gute Nachricht ist, dass Sie nach der Geburt Ihres Kindes einen Urlaub mit Vaterschaftsentschädigung erhalten können. Die Höhe der Entschädigung hängt vom durchschnittlichen Erwerbseinkommen ab. Wie lange Sie Urlaub nehmen dürfen und welche Voraussetzungen Sie dafür erfüllen müssen, das wird nachfolgend näher erläutert.
Bindung aufbauen und das neue Leben geniessen
Das sogenannte "Bonding" beschreibt die emotionale Verbindung von einem Kind zu seinen Eltern und findet im Idealfall direkt nach der Geburt statt. Früher wurde das Bonding ausschliesslich zwischen Kind und Mutter vermutet. Mittlerweile ist bekannt, dass auch die emotionale Verbundenheit von Vater und Kind eine wichtige Rolle bei der Erziehung spielt. Der Vater sollte ebenfalls die Gelegenheit bekommen, das Neugeborene zu versorgen und eine enge Bindung aufzubauen. In der Schweiz wird der Mutter vierzehn Wochen Mutterschaftsurlaub gewährt. Bis zu einem Volksentscheid im Jahr 2020 erhielt der Vater keine Babypause. Dank des Volksentscheides können Väter vierzehn Tage Vaterschaftsurlaub in Anspruch nehmen.
Anspruch auf Vaterschaftsurlaub kann verfallen
Es gibt ein Zeitlimit für die Beantragung des Vaterschaftsurlaubes. Väter haben nur für sechs Monate nach der Geburt des Kindes einen Anspruch auf die vierzehntägige Babypause. Das Anrecht auf Freistellung verfällt nach dieser Zeit. Wer den Vaterschaftsurlaub nutzt, der hat die Möglichkeit, eine Entschädigung in Höhe von 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens zu erhalten. Der Anspruch auf die Babypause steht sowohl Angestellten als auch Selbstständigen sowie Arbeitslosen zu. Voraussetzung für den Vaterschaftsurlaub ist, dass rechtlich eine Vaterschaft oder eine Vaterschaftsanerkennung vorliegt. Des Weiteren sollte der Vater in der AHV versichert sein. Diese Versicherung muss bereits in den neun Monaten vor der Geburt des Kindes bestehen. Des Weiteren wird vorausgesetzt, dass der Vater unmittelbar vor der Geburt für mindestens fünf Monate erwerbstätig war. Die exakten Bedingungen für die Inanspruchnahme des Vaterschaftsurlaubes können beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) erfragt werden.
Vaterschaftsentschädigung hat ein Limit
Die Urlaubszeit beträgt für den Vater zwar nur vierzehn Tage, aber sie wird vergütet. Die Höhe der Vaterschaftsentschädigung richtet sich nach dem Einkommen und besitzt ein Limit. Interessierte Väter können maximal CHF 196.- pro Tag erhalten, wenn 80 Prozent des durchschnittlichen Erwerbseinkommens über diesem Betrag liegen. Die Vaterschaftsentschädigung wird durch den Arbeitgeber (indirekt) beantragt. Selbstständige und Arbeitslose können sich direkt an die AHV-Ausgleichsklasse wenden.
Kurze Urlaubszeit maximal nutzen
Sie können das Beste aus dem limitierten Vaterschaftsurlaub machen und sich liebevoll um Ihren Nachwuchs kümmern. Das Neugeborene wird es Ihnen mit Liebe danken und eine emotionale Verbindung zu Ihnen aufbauen. Das Bonding beginnt bereits mit der Geburt des Kindes und führt dazu, dass es Trost und Zuneigung bei Ihnen sucht. Wenn Sie sich um die Bedürfnisse des Babys kümmern, dann erhält es ein Gefühl von Sicherheit und bindet sich emotional stärker an Sie. Erkundigen Sie sich, ob Ihnen Vaterschaftsurlaub zusteht, und geniessen Sie die zukünftige Zeit mit Ihrem Baby.
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